Seenotrettungsuebung nach SOLAS

Die Seenotrettungsübung und Musterstation

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Auf jeder deiner Kreuzfahrten wirst du recht frühzeitig mit der Seenotrettungsübung in Berührung kommen. Einige Hinweise was du zu beachten hast und wie du dich bereits vorbereiten kannst findest du auf dieser Seite.

Was ist eine Musterstation?

Musterstationen sind Sammelpunkte an Bord von Schiffen. Die Musterstationen werden in der Regel mit Buchstaben markiert. Jeder Passagier ist einer bestimmten Musterstation zugeordnet. Deine Musterstation findest du auf deiner Kreuzfahrtkarte und in deiner Kabine. Dort hängt auch ein Evakuierungsplan mit dem kürzesten Weg zu deiner zugeteilten Musterstation.

Im Falle eines Notfalls, welcher die Evakuierung des Schiffes zur Folge hat, müssen alle Passagiere zu ihren Musterstationen gehen. Hier wird kontrolliert, ob alle Passagiere und Crewmitglieder anwesend sind. Von dort würde im Notfall auch der Einstieg in die Rettungsbote erfolgen. In der Regel befinden sich zusätzliche Rettungswesten an den Musterstationen. Solltest du in einem Notfall also nicht mehr in deine Kabine kommen, ist auch für dich gesorgt.

Meistens befinden sich die Musterstationen auf den Außendecks, direkt unter den Rettungsbooten.

Was ist die Seenotrettungsübung?

Die Seenotrettungsübung ist eine verpflichtende Veranstaltung für alle Passagiere von Kreuzfahrtreisen. Sie dient der Sicherheit aller Gäste und Besatzungsmitglieder und ist im Internationalen Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS) festgelegt.

Die SOLAS resultiert aus einer UN-Konvention nach dem Untergang der Titanic und dient der Schiffssicherheit.

Die Seenotrettungsübung muss nach den SOLAS Vorgaben innerhalb der ersten 24 Stunden auf See stattfinden. Nach dem Unglück der Costa Concordia vor der Insel Giglio in 2012, welche nur wenige Stunden nach dem auslaufen havarierte, entschieden die meisten Reedereien, dass die Seenotrettungsübung noch vor bzw. während des Auslaufens durchgeführt wird.

Was passiert bei der Seenotrettungsübung?

Der genaue Ablauf der Seenotrettungsübung wird über deinen Fernseher in der Kabine gezeigt. Dieses Video läuft in Dauerschleife. Es wird jedem Passagier empfohlen, dieses einmal vor der Seenotrettungsübung anzusehen.

Die Seenotrettungsübung wird über die Lautsprecheranlage des Kreuzfahrtschiffes bekanntgegeben. Die Durchsage übernimmt die Sicherheitsrolle, also üblicherweise der Kapitän oder Sicherheitsoffizier.

Kurz nach der Durchsage wird der Generalalarm ausgelöst. Dieser besteht aus sieben kurzen Tönen und einem langem Ton ” …….- “. Mit dem Signal haben sich alle Passagiere an ihren zugewiesenen Musterstationen einzufinden.

Je nach Schiff sind die Schwimmwesten zur Übung mitzubringen und anzuziehen oder die Seenotrettungsübung findet ohne Schwimmwesten statt.

Die Seenotrettungsübung wird erst beendet, wenn alle Passagiere teilgenommen haben. Sollten noch Passagiere fehlen (was hin und wieder vorkommt), dann werden diese ausgerufen und gesucht. Solang müssen alle Passagiere an ihrer Musterstation in Reihe und Glied warten. Die Übung ist eine wirklich ernstzunehmende Sache. In einem Notfall ist es entscheidend, dass alle an Bord über das Vorgehen bescheid wissen.

Bei AIDA lagern die Schwimmwesten in der Kabine. Hier sind sie zur Übung anzuziehen. Du musst nach ertönen des Signals deine Schwimmweste mit Zimmernummer und Musterstation holen und an deiner Musterstation erscheinen.

Bei Mein Schiff von TUI Cruises lagern die Schwimmwesten direkt an den Musterstationen. Ein Anlegen dieser ist nicht notwendig. In einem realen Notfall musst du auch keine Schwimmweste aus deiner Kabine holen.

Bei den Schiffen von Carnival Cruise lagern die Schwimmwesen in den Kabinen. Du musst die Schwimmweste nicht zur Seenotrettungsübung anziehen, sondern lediglich an deiner Musterstation erscheinen.

Bei den Schiffen der Norwegian Cruise Line (NCL) lagern die Schwimmwesten ebenfalls in den Kabinen. Für die Seenotrettungsübung sind sie nicht anzuziehen. Du erscheinst einfach an der dir zugeordneten Musterstation.

Ist eine Vorbereitung für die Seenotrettungsübung notwendig?

Über den genauen Ablauf der Seenotrettungsübung wirst du in einem Video, welches in deiner Kabine auf dem Fernseher läuft informiert. Dieses Video solltest du gucken.

An der Tür hängt der Evakuierungsplan für deine Kabine. Darauf ist der schnellste Weg zu deiner Musterstation gekennzeichnet. Es ist von Vorteil den Weg einmal vor der eigentlichen Seenotrettungsübung zu gehen und dich kurz an deiner Musterstation einzufinden. So kannst du dich schonmal orientieren. Während der Übung geht es manchmal drunter und drüber, immerhin laufen nun alle Passagiere umher und müssen sich orientieren. Hier kannst du schon stressfrei zu deiner Musterstation gehen und die Kreuzfahrt (inklusive Übung) entspannt genießen.

Nehmen auch Kinder und Babys an der Übung teil?

Ja, die Übung ist für alle Passagiere verpflichtend. Für Kinder und Babys gibt es spezielle Schwimmwesten, welche entweder schon in der Kabine bereit liegen oder extra ausgeteilt werden. Du musst aber mit der gesamten Familie zur Seenotrettungsübung erscheinen, auch wenn für die Kinder eigentlich schon Schlafenszeit ist.

Ich habe schon mehrere Kreuzfahrten gemacht, muss ich wieder daran teilnehmen?

Ja, die Seenotrettungsübung ist für alle Passagiere verpflichtend. Eine Befreiung von dieser gibt es nicht. Auch als Stammgast einer Reederei wirst du jedes mal an der Übung teilnehmen müssen. Hier hast du allerdings den Vorteil, dass Übung den Meister macht und du in der Regel den Ablauf, wenn nicht sogar auch den Standort deiner Musterstation kennst.

Im Ernstfall

Im Ernstfall, den hoffentlich niemand wirklich erlebt, ertönt zunächst der Generalalarm (sieben kurze Töne, ein langer Ton). Die Besatzungsmitglieder eilen zu ihren Stationen um die Evakuierung zu koordinieren. Im Anschluss erfolgt das Signal zum Verlassen des Schiffes (kurzer Ton, langer Ton, kurzer Ton….. fortlaufend). Alle Passagiere bewegen sich wie in der Seenotrettungsübung geprobt an ihre Musterstation und werden evakuiert.

Die Evakuierung läuft über die Rettungsboote oder ein MES (Marine Evacuation System). In letzterem rutschen die Passagiere durch einen Schlauch in aufblasbare Rettungsinseln. Von Bord springen solltest du wirklich nur im allerletzten Notfall, wenn ein Feuer hinter dir wütet und es keinen anderen Fluchtweg gibt.

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